Barrierefreies Web-Design hat keineswegs nur den Vorteil, Webseiten für Behinderte zugänglich zu machen. Die Schritte auf dem Weg dorthin führen gleichzeitig zu einer leichter zu pflegenden und flexibleren Site.
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Im ersten Teil ging es darum, eine Website von unnötigem Ballast zu befreien, indem man sie von veralteten Syntaxkonstrukten befreit und die optische Gestaltung in externe Stilvorlagen auslagert. Nach vollzogener Umstellung hat man schon einiges geschafft: Die Inhalte durchsetzen keine Tags mehr, die nur das optische Erscheinungsbild beeinflussen. An ihre Stelle treten Syntaxelemente mit struktureller Bedeutung - so hebt etwa statt eines strukturell irrelevanten jetzt Abschnitte hervor. Die neue Auszeichnung erschließt sich auch einem blinden Anwender sofort, der die Seiten mit einem Screen Reader besucht. Hinzu kommt, dass sich je nach Wahl des Designers entweder durch Fettschrift oder durch eine auffällige Farbe hervorheben darf - das lässt sich im Style Sheet frei festlegen.

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Manch ein Web-Designer ist dennoch der Meinung, valides (X)HTML bedeute automatisch, dass seine Seiten okay sind. Hinter dem Vorhang finden sich dann aber oft genug semantisch sinnlose div-Tags, die nur dazu dienen, Inhalte per CSS optisch zu formatieren. Das mag zwar valides HTML sein, ist dann aber alles andere als barrierefrei.

Was das W3C selbst für behindertengerecht hält, hat es in seinen „Zugangsrichtlinien für Web-Inhalte“ festgehalten [4]. Vom Inhalt her entsprechen die Anforderungen grob der „Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung“ des Bundesinnenministeriums (BITV); allerdings formuliert das W3C die Richtlinien diplomatischer und einfühlsamer.

Um Barrierefreiheit zu überprüfen, gibt es auch den Validator „Bobby“ [5], der Seiten entweder nach den Kriterien des W3C oder den in den USA geltenden Accessibility-Anforderungen testet. Das Werkzeug gibt es auch als Windows-Programm für 300 US-Dollar. Seine Testergebnisse gibt Bobby in drei Prioritätsstufen gegliedert wieder - nur wer alle meistert, darf sich mit dem Logo „AAA Bobby Approved“ schmücken.

In der Praxis ist Bobby trotz seines imposanten Auftritts nur begrenzt hilfreich. So berücksichtigt der Dienst keine barrierefreien Alternativseiten und scheint bei der Einschätzung der logischen Struktur gelegentlich zu raten. So erkennt Bobby etwa nicht, dass ein mit JavaScript arbeitender Hyperlink auch ohne das Attribut „onkeypress“ tastaturfähig ist. Andererseits schluckt der Validator einige Seiten mit semantischen Fehlern ohne Klage.

So hilft Bobby bestenfalls geübten Entwicklern dabei, aus der Mängelliste diejenigen herauszupicken, die richtig erkannt wurden. Einsteiger verunsichern die falschen Fehlermeldungen eher, als dass sie helfen würden.

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